Elektroauto

Grundsätzliche Betrachtung zum CO2-Ausstoß

Während der Nutzung

Ein Elektrofahrzeug hat einen Wirkungsgrad von 80-90 %, wenn man die Lade- und Wiedergabeverluste der Batterie und den Wirkungsgrad der Motoren betrachtet. Das Multipliziert sich mit der CO²-Last des ‚getankten‘ Stroms der zwischen 40% beim aktuellen deutschen Strommix (gemittelt über das Jahr) und 100% bei selbsterzeugten PV-Strom liegt.

Das bedeutet, ein Elektroauto hat eine Energienutzungseffizienz von 80-90%, bei einer CO2-Last von 0 bis ~350 Gramm/Kilowattstunde (heutiger Deutschlandstrommix).

Ein Tesla benötigt etwa 15-20 KWh/100km, also 0-7 Kg CO2 auf 100 km. Für einen VW Golf wird mit 115 / 183 g/km angegeben, also 11,5 / 18,3 kg CO2 auf 100 km (wenn das Fahrzeug wirklich mit den meist nicht erreichbaren Verbrauchsangaben des Herstellers betrieben werden kann). Der Golf liegt damit eher an der unteren Grenze beim Spritverbrauch typischer Autos, die von SUV deutlich übertroffen werden.

Während der Herstellung

Es gibt einige ältere Studien, die mit viel Geld der Automobillobby (auch lange nach deren Widerlegung) verbreitet wurden, in denen behauptet wurde, dass ein BEV (Elektrofahrzeug) gegenüber einem Verbrenner eine höhere CO2-Last aus der Herstellung hat, die erst nach 70.000 km getilgt ist. Das war grob falsch, weil Energieerzeugung in China, eine sehr große Batterie und ein großer Verbrauch und nicht vergleichbare Fahrzeuge zugrunde gelegt wurden. Aktuelle Studien definieren die etwas höhere Last (den Rucksack)bei der Herstellung auf ~17.000 km [1]. Zudem ist China in der Umstellung seiner Stromproduktion sehr schnell und hat alleine im letzten Jahr fast 3x mehr PV installiert, als wir in Deutschland in den letzten 30 Jahren installiert haben (China neu in 2025: 315 GW, Deutschland insgesamt 117 GW [2]).

Es gibt keine effizienten Verbrenner

‚Effizienten Verbrenner‘ ist genauso wie der Begriff ‚Technologieoffenheit‘ ein unseriös benutztes Schlagwort das suggerieren sollen, dass man mit Verbrenner vielleicht doch nicht ganz so schlecht dasteht. In Wirklichkeit ist das ein Oxymoron (ähnlich wie ‚Sondervermögen‘ für neue Schulden), das fast ausschließlich von Populisten und Physikunkundigen benutzt wird.

Die weltweit höchsten Wirkungsgrade bei Verbrennungsprozessen liegen netto bei 64% für Großanlagen, bei Schiffsmotoren liegt der Rekord bei 53%. Auch nach weit über 150 Jahren Motorenentwicklung ist man im thermodynamischen Prinzip gefangen und wird deshalb auch in den nächsten Jahrzehnten keine nennenswerten Verbesserungen mehr erreichen können!

Einen effizienten Verbrenner gibt es nicht, weil die heute verfügbaren Verbrennungsmotore in Fahrzeuge einen maximalen Wirkungsgrad von 35-38% bei Benzinern und etwa 40-45 % beim Diesel haben. Diese Wirkungsgrade werden im typischen Fahrbetrieb aber selten erreicht. Bei Benzinern liegt der meist zwischen 25-30% [3]. Dazu kommt, dass bereits bei der Förderung, dem Raffinieren und der notwendigen Logistik für die Verteilung des Sprits weitere 10-20% an Energie verloren gehen.

Das, was nicht in Vortrieb umgesetzt werden kann, geht als Abwärme verloren. Deshalb haben Verbrenner so aufwändige Kühlsysteme, die zudem den Luftwiderstand erheblich erhöhen. Ein Mercedes EQS hat einen cW von 0,2, während die entsprechenden Verbrenner bei 0,24 liegen, also einen um 20% höheren Luftwiderstand (-beiwert) haben und schon alleine deshalb mehr Energie bei gleicher Geschwindigkeit benötigen. Solche cW-Werte sind natürlich mit SUVs nicht erreichbar: ein BMW X5 (G05) oder ein Mercedes GLE 400 liegen im Luftwiderstand gegenüber einem Tesla Model 3 bei 0,928/0,959 gegenüber 0,511 [4], benötigen für die gleiche Geschwindigkeit also etwa 85% mehr Leistung und entsprechend höheren Energiebedarf!

Es ist nicht abwegig ein Verbrennerfahrzeug mit einer Glühbirne zu vergleichen: Auch diese hatte überwiegend Wärme und wenig Licht erzeugt und ist deshalb weitgehend aus unserem Leben verschwunden!

Wenn man einen Verbrenner CO2-frei betreiben will, könnte man auch einen Nicht-Co2-belasteten Brennstoffe verwenden, die man meist E-Fuels nennt. Dabei nutzt man elektrischen Strom zu dessen Herstellung, geht aber den Umweg über E-Fuels und dem Verbrennungsprozess, was bedeutet, dass man insgesamt etwa 5x so viel Strom aufwenden muss, als wenn man direkt Elektroauto fährt. Das kann ein vernünftiger Mensch also nur nutzen, um einen heißgeliebten Oldtimer ab und zu mal (für sehr viel Geld) CO²-frei zu bewegen.

Elektroautos brennen häufiger als Verbrenner?

Nein, Elektrofahrzeuge (EVs) brennen nicht öfter als Benziner oder Diesel. Statistiken zeigen, dass Verbrenner deutlich häufiger in Brand geraten als Elektroautos. Das Risiko ist geringer (0,0012% gegenüber 0,1% des Bestands), jedoch brennen E-Autos aufgrund der Lithium-Ionen-Batterie bei einem Brand oft schneller und heftiger [5].

Elektroautos brauchen viele seltene Erden und das verursacht viele Umweltschäden

Von den 1,7 Kilogramm an Bauteilen mit Seltenerdmetallen, die in einem typischen batteriebetriebenen Elektroauto mit einem Motor verbaut sind, entfallen 550 Gramm auf Seltenerdmetalle. Die größten Vorkommen gibt es in China und diese werden heute dort nicht sehr umweltfreundlich abgebaut. In 2024 wurden weltweit 390.000 to gefördert, etwa 2/3 davon in China. Der Abbau von Rohstoffen ist erfolgt meist mit Erzeugung hoher Umweltschäden, weil es in den Ländern wenig Auflagen gibt und heute europäische oder deutsche Vorkommen- auch wegen der höheren Umweltauflagen – nur sehr kostenintensiv erschlossen werden können.

Die Umweltzerstörung durch die Ölförderung stellt diese Schädenjedoch bei Weitem in den Schatten, auch ohne die durch die Verbrennung erzeugten Klimaschäden (es wird heute etwa 11.000x so viel Öl wie seltene Erden gefördert). Die Klimaschäden werden auf tausende Mrd. Euro geschätzt. Die Kosten z.B. alleine für die Deepwater Horizon Katastrophe lagen bei 65 Mrd. US-Dollar [6], die für ein Tankerunglück liegen bei etwa 1 Mrd. US-Dollar und die Nutzung der maroden Schattenflotte durch Russland verschärft dieses Problem.  Weite Bereiche in Russland sind durch Pipelinebrüche massiv verseucht, ebenso das Nigerdelta oder viele Gebiete in Peru, Brasilien oder in Venezuela.

Elektroautos sind teurer als Verbrenner?

Der Kostenzenit von Elektroautos im Vergleich zu Verbrenner ist bereits heute überschritten, zumindest bei den Herstellern, die wirklich in großen Stückzahlen produzieren und der langen Tradition deutscher Hersteller, seine Kunden über Optionen auszunehmen, noch nicht gefolgt sind. Das liegt daran, dass ein Elektroauto deutlich weniger Teile und komplexe Systeme benötigt, wie ein Verbrenner. Zudem sind die Kosten für die Batterien extrem gesunken und liegen heute in China bei etwa 53 Dollar/KWh in 2024 [7], also ~3.700 Dollar (im Einkauf) für eine 70KWh-Batterie, die für etwa 400 km Reichweite gut ist. Zudem ist ein Elektromotor im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor einfach aufgebaut und benötigt nicht die hohe Menge an technischer Infrastruktur um ihn am Laufen zu halten.

Die Automobilfirmen in Europa haben größtenteils die Verkehrswende verschlafen und zu lange gehofft, dass die Intervention deutscher Politiker für ein späteres Verbrennerende, ihr überaltertes Geschäftsmodell noch etwas in die Zukunft rettet. Dies gilt auch für die Priorisierung von Software als wesentlicher Bestandteil moderner Fahrzeuge, wo z.B. VW Mrd. an Euros fehlinvestierte. Zudem muss man heute z.B. bei VW zum Softwareupdate in die Werkstatt, beim Tesla geht das in der Garage!

Die deutschen Hersteller unternehmen auch sehr hohe Anstrengungen ihr Werkstättennetz mit werkseitig vorgeschriebenen Tätigkeiten am Leben zu halten, während Fahrzeuge andere Hersteller meist jahrelang keine Werkstatt sehen. Wozu auch – ein Elektrofahrzeug hat sehr wenig Verschleiß und deshalb auch wenig Bedarf an Wartungsaufgaben, was sich sehr vorteilhaft bei den Betriebskosten auswirkt.

Resilienz

Betrachtet man die Widerstandsfähigkeit eines Systems (hier der Straßenverkehr) gegenüber äußeren, weltpolitischen Einflüssen, dann ist es wenig nachvollziehbar, dass wir immer noch am Verbrenner hängen. Erdöl wird von uns zu 98% importiert und zwar im Volumen von >40 Mrd. €. Durch viele Ereignisse wird der Ölpreis stark beeinflusst und kann innerhalb Deutschlands nicht – außer durch massive Steuersenkungen – reguliert werden. Jede starke Nation versucht einen möglichst hohen Grad an Autarkie zu erreich, um wenig erpressbar zu werden und die Wirtschaft und damit unseren Wohlstand von negativen äußeren Einflüssen zu entkoppeln. Deutschland macht das nicht. Wir sind bei unserer Energieversorgung insgesamt zu 67% von Importen abhängig. Bei der elektrischen Energie haben wir aber bereits einen Eigenanteil von ~60% erreicht. Den könnten wir problemlos erweitern und durch Umstellen eines großen Teils des Verkehrs und der Heizungssysteme den Energieimport unter 30% drücken. Mit solchen Maßnahmen würde man auch den Einfluss autoritärer Staaten enorm verringern und so auch zu einer besseren Welt beitragen, unabhängig vom Umweltschutz.

Quellennachweis

[1] Handelsblatt, 11.07.2025 (https://www.handelsblatt.com/mobilitaet/elektromobilitaet/elektromobilitaet-e-autos-sind-nach-zwei-jahren-sauberer-als-ein-verbrenner/100140768.html)

[2] pv-magazin, 28.01.2026 (https://www.pv-magazine.de/2026/01/28/photovoltaik-zubau-in-china-2025-bei-315-gigawatt/#:~:text=Das%20Land%20hat%202025%20eine,%C3%BCberholten%20erstmals%20die%20thermische%20Erzeugung.&text=China%20steht%20f%C3%BCr%20Photovoltaik%2DZubau,5%20Gigawatt%2DSolarkraftwerk%20Midong).)

[3] Ingenieur.de, 23.12.2025 (https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/verkehr/effizienz-im-blick-der-verbrennungsmotor-unter-dem-physik-check/)

[4] Automobil-Guru cw-Wert-Tabelle, Stand 2025 (https://automobil-guru.de/cw-werte-tabelle-stirnflaeche/)

[5] Ingenieur.de, 29.12.2025 (https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/verkehr/brennen-elektroautos-haeufiger-als-verbrenner-ein-faktencheck/#:~:text=Elektroautos%20brennen%20statistisch%20seltener%20als,dramatischer%2C%20sind%20aber%20seltene%20Einzelf%C3%A4lle)

[6] Handelsblatt, 16.01.2028  (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/bohrinsel-deepwater-horizon-kosten-durch-oelkatastrophe-klettern-fuer-bp-auf-65-milliarden-dollar/20852434.html)

[7] energie-bau, 19.06.2024 (https://www.energie-bau.at/mobilitaet/4926-batterie-preise-fallen-in-china-stark#:~:text=Batterie%2DPreise%20fallen%20in%20China%20stark)